Lernbedingungen

Eine der Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen ist die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit des Lernenden. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung kann man sich nur sehr begrenzt willentlich zu Aufmerksamkeit und Konzentration zwingen – viel wichtiger ist der unbewusste Einfluss der momentanen körperlichen und geistigen Verfassung. Hormonspiegel, Blutzucker, Müdigkeit, Lichtlevel, Haltung – all das hat einen großen Einfluss darauf, wie erfolgreich wir Informationen verarbeiten und memorieren können.

Ernährung

Das Gehirn eines gesunden Menschen beansprucht rund die Hälfte der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate und unter Belastung sogar bis zu 90% des verfügbaren Blutzuckers (siehe [Sta09]). Da das Gehirn keinen eigenen Energiespeicher besitzt, sondern seine Energie nur aktiv aus dem Körper entziehen kann, setzt ein erfolgreicher Lernprozess die ausreichende Sättigung mit Kohlenhydraten bzw. Mehrfachzucker voraus. In Lernphasen sollte man daher zu Nahrungsmitteln mit einem hohen Anteil an Mehrfachzuckern greifen. Da dieser erst im Darm zerlegt werden muss und damit langsam und stetig in die Blutbahn gelangt, wird das Gehirn längere Zeit konstant mit Zucker versorgt und kann Aufmerksamkeit und Konzentation auf einem hohen Level halten. Zu Nahrungsmitteln mit hohem Anteil an Mehrfachzuckern gehören Obst, Rohkost, Kartoffeln und Vollkornprodukte.

Auch das Trinken spielt eine wichtige Rolle im Lernprozess. Trinkt der Lernende zu wenig, verdickt sich das Blut und verringert dadurch die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Während des Lernens sollte man also darauf achten, ausreichend Wasser, Tee oder Saftschorlen zu trinken. Ideal ist eine Flüssigkeitsmenge von 1,5 bis 2 Litern pro Tag.

Schlaf

Auch wenn es selbstverständlich klingen mag: ausreichend Schlaf ist für den Lernprozess unerlässlich. Während des Schlafens werden Lerninhalte vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis übertragen, zusammengefasst und neu verknüpft. Wer in einer Lernphase nicht ausreichend schläft (ca. 6 Stunden pro Nacht), muss Lerninhalte häufiger wiederholen, ist unkonzentriert und unaufmerksam.

Für viele Menschen hat es sich bewährt, Schlaf- und Lernort räumlich voneinander getrennt zu halten, um nach dem Lernen möglichst gut „abschalten“ zu können. Auf Computerspielen und anstrengende Filme sollte man nach dem Lernen allerdings verzichten, da diese zu viel Gedächtnisleistung beanspruchen, die für das Verarbeiten der Informationen benötigt wird.

Räumlichkeiten

Der ideale Lernort ist ruhig, hell und besitzt möglichst wenig Möglichkeiten zur Ablenkung. Auch externe Störquellen wie eMail-Benachrichtigungen oder Anrufe sollten möglichst auf ein Minimum reduziert werden.

Für gute Lichtverhältnisse empfiehlt sich entweder ein heller Fensterplatz ohne direktes Sonnenlicht oder eine Tageslichtlampe. Das Farbspektrum dieser Lampen ist dem Sonnenlciht nachempfunden und wirkt sich besonders im Winter positiv auf die Stimmung und Leistungsfähigkeit aus.

Der Arbeitsplatz sollte ausreichend groß und aufgeräumt sein. Unaufgeräumte Schreibtische verlocken zur Ablenkung und wirken auf viele Menschen demotivierend – sorgen Sie also dafür, dass der für Sie angenehme Grad an Chaos nicht überschritten wird.

Quellen

[Sta09] Stangl, Werner: Energieverbrauch des Gehirns, URL http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/news/102/energieverbrauch-des-gehirns

 

 

 

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS