Motivation, Emotion und Stress

Info

Diesmal kein langer Text sondern ein kurzes Cheatsheet mit Stichpunkten zu den psychologischen Prozessen des Gehirns: Motivation, Emotion und Stress.

Quelle: Cognitive Psychology: A Student’s Handbook, 6th Edition

Motivation

Definition

Motivation ist ein Zustand, der die Zielorientierung des aktuellen Verhaltens beeinflusst.

Was sind Motive?

  • Primäre Motive
    • Nahrung
    • Körpertemperatur
  • Sekundäre Motive
    • Leistungsmotiv (einem Maßstab entsprechen wollen)
    • Machtmotiv
    • Anschlussmotiv (soziale Beziehungen)

Theorien der Motivation

  • Need and Press Theory (Henry Murray)
    • 20 feste Bedürfnisse (Spieltrieb, Sex, Aggression, Zugehörigkeit)
    • je nach Umwelteinflüssen erfolgt der Versuch, diese Bedürfnisse zu befriedigen
  • Bedürfnispyramide (Abraham Maslow)
    • Physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnis, Soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse, Selbstverwirklichung
    • Versuch, die Bedürfnisse von unten nach oben zu befriedigen
    • Umwelteinflüsse werden kaum mit einbezogen
  • Intrinsische und extrinsische Motivation
    • Motivation von innen und außen
    • Intrinsisch: Neugier, Entdecken, Interesse
    • Extrinsisch: Schulnoten, Ranglisten, Geld

Emotion

Emotionsverarbeitung (nach LeDoux)

  • Emotionsauslösender Reiz wird an Thalamus übermittelt
    • Emotionales Prozessieren (Amygdala)
      • Abgleich mit groben Reizmustern (ist der Reiz gefährlich oder ungefährlich)
      • Entscheidung findet erfahrungsbedingt statt (nicht angeboren)
      • Amygdala = emotionales Gedächtnis
      • findet sehr schnell statt (Vorbereitung auf Flucht) und ist daher fehleranfällig
    • Kognitives Prozessieren
      • Kontrolle der beim emotionalen Prozessieren gewonnenen Informationen
      • Zeitaufwändiger
      • Präfrontaler Kortex und Hippocampus sind beteiligt

Theorien der Emotion

  • James-Lange-Theorie
    • Gefühle sind begleiterscheinungen körperlicher Vorgänge
    • Treten reflexartig bei der Wahrnehmung emotionsauslösender Sachverhalte auf (gilt nur für „grobe“ Emotionen: Zorn, Furcht, Freude, Stolz…)
    • Keine zusätzlichen Prozesse geistiger Verarbeitung für das Auslösen von Emotionen verantwortlich
  • Cannon-Bard-Theorie
    • Gegenstück zu James-Lange-Theorie
    • Emotionale Situation -> Thalamus -> 2 Reaktionen
      • Auslösen des emotionalen Zustands
      • Aktivierung des Hypothalamus -> Auslösen der physiologischen Reaktion
    • Körperliche und physiologische Prozesse sind unabhängig und laufen getrennt voneinander ab (im Gegensatz zur Theorie von James Lange)
  • Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion (Schachter und Singer)
    • Zwei Faktoren für das Erfahren von Emotion nötig
      • Physiologische Erregung
      • Eine zu dieser Erregung passende Kognition (d.h. eine Interpretation / Bezeichnung dieser Erregung)
    • Physiologische Erregung ist für Entstehung von Emotionen hinreichend
    • ABER: inzwischen widerlegt, körperliche Erregung kann nicht beliebig auf Emotionen attribuiert werden
  • Theorie der Kognitiven Abschätzung (Lazarus)
    • Emotionale Situation
      • Primnäre Bewertung: Situation positiv, negativ, neutral
      • Sekundäre Bewertung: wie kann man mit der Situation umgehen, wie bewältigt man sie
  • Vier-Faktoren-Theorie (Parkinson)
    • Bewertung der Situation (wie bei Lazarus)
    • Körperreaktion (wie James-Lange)
    • Gesichtsausdruck
    • Vorbereitung einer Aktion (Rückzug, Angriff, Flucht)

Stress

Zu unterscheiden: Belastung und Beanspruchung. Belastung kann hoch sein, je nach Typ kann man aber besser oder schlechter damit umgehen, dadurch unterschiedliche Beanspruchung. Stress tritt auf, wenn die Anforderungen die persönlichen oder sozialen Möglichkeiten übersteigen.

Auswirkungen

  • Emotional
    • Angst, Depression, phys. und psych. Anspannung
  • Kognitiv
    • Verminderte Konzentrationsfähigkeit
    • Schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Physiologisch
    • Adrenalinausschüttung
    • Herzschlag erhöht sich
    • Verdauung wird verlangsamt
    • Blutgefäße erweitern sich
  • Verhalten
    • Verminderte Arbeitskraft
    • Geistige Abwesenheit

Phasen

  • Alarmreaktion
    • Vorbereitung auf Kampf oder Flucht
  • Widerstand
    • Höchste Aufmerksamkeit
    • Stress wird unter Umständen verdrängt
  • Erschöpfung
    • Aufmerksamkeit und Anspannung lässt nach
    • Evtl. Auftreten von Stresserkrankungen

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